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Das Museum der Stadt Brünn – eine Institution, die schon bei ihrer Entste-hung die Fürsorge um das kulturelle Erbe ihrer Stadt in die Wiege gelegt bekam – sieht auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück.

Das Stadtmuseum wurde am Sonntag, den 18. September 1904, anlässlich des zehn-ten Jubiläums der Amtausübung des Brünner Bürgermeisters Augustin Ritter Wieser feierlich eröffnet. Das Museum bezog die historischen Räume des früheren Hauses der mährischen Stände (heutiges Neues Rathaus). Hier band es an die frühere Instal-lation der Stadtgalerie an, die Anfang 1896 als letzter Wille des bedeutenden Brünner Bürgers Heinrich Gomperz entstand und somit zum Bestandteil des Museums wurde. Über die Gründung eines eigenen Stadtmuseums entschied der Gemeindebeirat der Stadt Brünn bereits am 20. März 1900, obwohl im Stadtgebiet seit mehreren Jahr-zehnten zwei weitere Museumsinstitutionen tätig waren, und zwar das Franzensmu-seum, später Mährisches Landesmuseum (gegr. 1817) und das Kunstgewerbemuse-um (1873).

Die anfängliche Entwicklung des neuen Museums erschwerte der Erste Weltkrieg, auch die nachfolgende Zeit brachte Probleme mit sich, als das moderne Brünn einen enormen Aufschwung erlebte. In der Mitte der dreißiger Jahre musste das Museum seine angestammten Räume verlassen, Zuflucht fand es in den weniger geeigneten Räumlichkeiten des sogenannten Stadthofes am Platz Šilingrovo náměstí. Damals kam es auch zum Zusammenschluss des Museums mit dem Stadtarchiv – definitiv haben sich die beiden Institutionen erst 1948 verselbständigt. Eine gewisse Stagnie-rung und die durch den Zweiten Weltkrieg verursachten Schäden konnten allmählich überwunden werden und schon ab den fünfziger Jahren verzeichnete die Museums-arbeit und ihre Resonanz aus der Bevölkerung einen Anstieg.

Der Umzug des Museums in das bedeutende Brünner Denkmal Burg Spielberg (Špilberk) im Jahr 1960 brachte den entscheidenden Durchbruch für seine Entwicklung.

Die wachsende Zahl des qualifizierten fachlichen und technischen Personals reflektierte sich im Umfang und in der Qualität der Museumstätigkeit, im Wachstum der Museumssammlungen, in den neuen Ausstellungen und in weiteren Formen der Arbeit auf wissenschaftlicher, fachlicher und kultureller Ebene. Auch die Probleme, die durch die langjährige umfangreiche Restaurierung des Museumssitzes, der Burg Spielberg, hervorgerufen wurden, konnten nach 1984 nicht viel daran ändern. Das Museum der Stadt Brünn, das eine hohe Besucherzahl aus dem eigenen Land und aus dem Ausland anlockt, gehört heute mit seinem Umfang und dem Wert seiner Samm-lungen, sowie mit seiner wissenschaftlichen, fachlichen, bildungsvermittelnden und kulturellen Tätigkeit, zu der die Präsentation der Sammlungen in den Ausstellungen fest dazugehört, zu den führenden Museumsinstitutionen in Tschechien